Warum Europa so schlecht regiert wird
Unter den großen Mächten haben die Europäer die dümmsten und willensschwächsten Eliten. Das ist aber kein Zufall, es ist so gewollt.
Im Sommer 2025 erlebt die Welt eine bizarre Szene: Nach Abschluss der Handelsvereinbarung zwischen den USA und der EU reichten sich US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Hand. Trump behielt sein Pokerface und von der Leyen grinste, als hätte sie gerade ein gutes Geschäft gemacht. Die Realität war jedoch, dass sie von Trump gnadenlos über den Tisch gezogen wurde.
Das Ergebnis der Zollverhandlungen: Die Zölle für EU-Export in die USA stiegen von 2 Prozent auf 15 Prozent. Im Gegenzug fielen die Zölle für amerikanische Exporteure in die EU von 10 % auf 0 %. Damit nicht genug, verpflichtete sich die EU, den Amerikanern Energie in Form von Öl und LNG im Wert von rund 750 Milliarden Dollar abzukaufen und Investitionen in Höhe von 600 Milliarden Dollar in den USA zu tätigen.
Wie hatte Trump das erreicht?
Trumps Taktik: Die Kunst des „Anchoring“
Der einfache Trick, den Trump angewandt hatte, bestand darin, zuvor exorbitante Strafzölle in Höhe von 30 bis 50 Prozent auf alle EU-Waren angedroht zu haben. Damit hatte er einen extremen “Anker” gesetzt. Diesen Anker verstärkte er durch die Erzeugung einer künstlichen Dringlichkeit, indem er extrem kurze Deadlines setzte und die EU-Unterhändler durch die öffentliche Eskalationen auf Social Media zusätzlich unter Druck setzte.
Diese Verhandlungstaktiken widersprechen der traditionellen Diplomatie, wo hinter verschlossenen Türen die Positionen vorsichtig ausgelotet werden und am Ende meist ein Ergebnis herauskommt, welches für beide Seiten gesichtswahrend ist. In der Wirtschaft hingegen gehört das Anchoring zum Standardrepertoire und zeigt sich beispielsweise regelmäßig bei den Verhandlungen großer Automobilkonzerne mit ihren Zulieferern.
Man könnte nun denken, die Europäer hätten aus diesem Versagen gelernt und sich Nachhilfe in Verhandlungstaktik geholt. Doch weit gefehlt. In den letzten Tagen und Wochen konnte man das gleiche Spiel beim Ringen um Grönland erleben: Donald Trump drohte mit neuen Strafzöllen, um Dänemark zum Einlenken und dessen europäische Unterstützer zum Schweigen zu bringen. Wieder verbunden mit einer extrem kurzen Frist bis Anfang Februar.
Das Ergebnis: ein Rahmenabkommen zu Gunsten der USA, in welchem Dänemark anscheinend alle militärischen Einrichtungen auf Grönland an die USA abtritt und diesen damit die faktische Macht über die weltgrößte Insel einräumt. Trump sagt über das Abkommen, dass die Details noch verhandelt werden müssen, „aber im Wesentlichen geht es um uneingeschränkten Zugang. Es gibt kein Ende, keine zeitliche Begrenzung.“ Sein Resümee: „Wir haben alles bekommen, was wir wollen, kostenlos.“
Europa hat die dümmsten Eliten der Welt
Es gibt ein bekanntes Zitat von Alexander dem Großen: „Ich fürchte keine Armee von Löwen, die von einem Schaf angeführt wird – ich fürchte eine Armee von Schafen, die von einem Löwen angeführt wird.“ – Betrachtet man die regierenden Eliten der großen Mächte, so wird klar, welche von ihnen von Löwen geführt werden und welche von Schafen.
Die Führung der USA besteht hauptsächlich aus Geschäftsleuten, die gelernt haben, wie man seine eigenen Ressourcen gezielt einsetzt und seinen Konkurrenten aussticht. Donald Trump ist dafür das beste Beispiel. Er war jahrzehntelange in einem der härtesten Immobilienmärkte der Welt tätig: New York. Ihm zur Seite stehen andere Geschäftsleute wie der US-Finanzminister Scott Bessent, ein ehemaliger Hedgefondsmanager oder US-Handelsminister Howard Lutnik, der zuvor ein Finanzunternehmen geleitet hat.
Die Führung von Russland entstammt hingegen vornehmlich dem Sicherheitsapparat. Präsident Wladimir Putin hatte als KGB-Agent in Dresden begonnen und wurde später der Chef des KGB-Nachfolgers FSB. An seiner Seite finden sich weitere Siloviki, wie die Geheimdienstler in Russland genannt werden: Nikolai Patrushev, einer der engsten Mitarbeiter von Putin, begann seine Karriere 1974 beim KGB und war später ebenfalls FSB-Chef. Alexei Djumin, der Chef des Staatsrates war zuvor Offizier des Militärgeheimdienstes GRU. Auch der Chef des Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, hat enge persönliche Verbindungen zu den Geheimdiensten.
Die Führung von China sind ein Produkt der “technokratische Meritokratie” des Landes. Sie besteht aus Karrierebeamen, die jeweils einen jahrzehntelangen Aufstieg durch den ganzen Staatsapparat hinter sich haben und dabei sorgsam ausgesiebt wurden. Präsident Xi Jinping ist das Paradebeispiel für den „Marsch durch die Provinzen“. Sein Weg an die Staatsspitze dauerte über 40 Jahre. Ministerpräsident Li Qiang begann 1976 als Arbeiter in einer Werkzeugfabrik und diente jahrzehntelang in der Provinzverwaltung von Zhejiang, wo er sich vom Abteilungsleiter zum Generalsekretär des Provinzkomitees hocharbeitete. Er war Parteichef der Wirtschaftsmetropolen Jiangsu und Shanghai, bevor er 2023 zum Premier ernannt wurde.
Der Blick auf die gegenwärtige europäische Elite ist die beste Erklärung dafür, warum die EU und die großen europäischen Staaten heute so schwach sind. Bei der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, einer ausgebildeten Ärztin mit sieben Kindern, ist keinerlei Qualifikation für ein Staatsamt erkennbar. Sie verdankt ihren Aufstieg ausschließlich ihrer Servilität gegenüber denjenigen, welche sie in das jeweilige Amt gebracht haben. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den deutschen Bundeskanzlern Merkel, Scholz und Merz. Allen drei fehlt eine Ausbildung und Berufserfahrung einem hochkompetitiven Umfeld wie der Geschäftswelt, den Geheimdiensten oder der Staatsverwaltung. Dort, wo sie tatsächlich im Staat oder der Wirtschaft tätig waren – Olaf Scholz als Hamburger Bürgermeister und Friedrich Merz als deutscher Blackrock-Repräsentant – haben sie versagt bzw. waren reine Befehlsempfänger. Das Bild wird noch deutlicher, wenn man sich die zweite Reihe betrachtet: Was hatte die Studienabbrecherin Annalena Baerbock zum Amt der Außenministerin qualifiziert oder den Kinderbuchautor Robert Habeck zum Wirtschaftsminister des Industrielandes Deutschland?
“Young Leaders” als “Young Followers”
Nun könnte man sich fragen, warum die USA, Russland und China Eliten haben, die jahrzehntelang gelernt haben, wie man Macht anwendet, bevor sie in die höchsten Ämter kamen und Europa hingegen von Laien der Macht geführt wird. Die Antwort ist simpel: es ist so gewollt.
Europa ist eben kein eigenständiger Akteur, sondern lediglich eine Provinz innerhalb des amerikanischen Imperiums. Und ein Imperium will vor allem eines: loyale Provinzgouverneure und -beamte, welche für das imperiale Zentrum keine Gefahr darstellen. Daher hat die US-Führung stets darauf geachtet, dass in der EU und insbesondere in Deutschland – neuerdings aber auch in Frankreich – nur unqualifizierte, idealerweise narzisstische und willensschwache Personen in Führungspositionen kommen.
Ausgesucht werden diese bereits in jungen Jahren, damit genügend Zeit vorhanden ist, diejenigen auszusuchen und zu fördern, die “folgsame Schafe” sind und keine “Löwen”. Die Programme, mit denen dies geschieht nennen sich meist “Young Leaders”, doch diejenigen, die sie dort ausbilden, sind in Wirklichkeit “Young Followers”.
Wenn man die europäische “Elite” von heute und den vergangenen Jahren betrachtet, so findet man kaum jemanden, der nicht vom US-Imperium domestiziert wurde. Hier ein paar Beispiele, die in einer Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutsches Bundestages veröffentlicht wurden:
Young Leaders-Programm der Atlantik-Brücke: Ursula von der Leyen, Angela Merkel, Jens Spahn, Markus Söder, Thomas de Maizière, Julia Klöckner, Cem Özdemir, Omid Nouripour, Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg.
Young Global Leaders Forum des WEF: Emmanuel Macron, Annalena Baerbock, Jens Spahn, Tony Blair, Sebastian Kurz, David Cameron, Jens Stoltenberg, Justin Trudeau, Christian Lindner.
Das Schema bei diesen Programmen ist immer gleich: die geförderten “Talente” haben einen extremen Geltungsdrang, jedoch nicht die überdurchschnittlichen intellektuellen Fähigkeiten, um auf meritokratischem Wege Karriere zu machen. Daher sind sie gegenüber jedem, der sie dennoch in Machtpositionen bringt, äußerst loyal. Wenn sie dann EU-Kommissions-Präsidenten, Kanzler oder Minister sind, nehmen sie gern die Ratschläge ihrer Förderer an und betreiben eine Politik, die einzig im Interesse ihrer Förderer ist. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt in aller schlimmen Deutlichkeit das Bild am Anfang dieses Artikels: Ursula von der Leyen lächelt in die Kamera und ist sich nicht bewußt, dass sie in einer wichtigen Verhandlung gerade gnadenlos über den Tisch gezogen wurde. Doch was für sie allein zählt, sind die vielen Kameras und die Aufmerksamkeit, die sie erhält. Immer lächeln … egal, was es die Europäer kostet.



